Mittwoch, 20 Dezember 2017 13:29

Einigung über Ausbildungsstiftung Pflege

Einigung über Ausbildungsstiftung Pflege Büro Landesrätin Kampus
Am 18.12.2017 wurde von der für Arbeit und Soziales zuständigen Landesrätin Doris Kampus gemeinsam mit Vertretern der Wirtschaftskammer und des Arbeitsmarktservices, des Landesverbandes Altenpflege Steiermark und der Gewerkschaft eine Pressekonferenz zum Thema Qualifizierung von Pflegepersonal abgehalten.

Nachdem sich im September das Land Steiermark und die Pflegeheim-Betreiber auf einen Personalausbau geeinigt haben und die Tarife für die Kunden in den mobilen Diensten günstiger werden, wird nun der nächste Schritt gesetzt: Mit einer Pflege- Stiftung soll rund die Hälfte des zusätzlich benötigten Personalbedarfs abgedeckt werden. Bereits im Jahr 2009 war diese Form einer „Implacementstiftung“ mit Beteiligung der Arbeitgeber ein großer Erfolg.

„Altenpflege ist ein Beruf der Zukunft – Menschen für Pflege und Betreuungsberufe zu begeistern muss ein Dauerprojekt in der Steiermark sein.“ Doris Kampus (Landesrätin für Arbeit & Soziales)

Die Gesamtkosten des Vorhabens liegen bei 2,6 Millionen Euro, wobei eine Million seitens des Landes zur Verfügung gestellt wird.

 

Regional unterschiedliche Herausforderungen im öffentlich-rechtlichen Bereich.

Die Personalsituation ist regional unterschiedlich angespannt. Während im Süden und Südosten der Steiermark in den grenznahen Bezirken die Lage noch nicht so dramatisch ist, herrscht im Nordosten und –westen der Steiermark akute Personalknappheit.

„Damit die gemeinsamen Ziele – mehr Personal, mehr Zeit und mehr Qualität für Menschen, die Betreuung und Pflege brauchen, nicht fromme Wünsche ans Christkind bleiben, braucht es das Gesamtpaket von finanzieller Ermöglichung durch das Verrechnungsmodell und die Stiftung auf der einen Seite und personelle Befähigung durch die Ausbildungsoffensive, die von der Landesrätin rasch und unkompliziert ins Leben gerufen wurde. Ich freue mich, dass dieser Weg gemeinsam mit dem Land, dem AMS, der Gewerkschaft und der Betreiberlandschaft des Landes möglich ist.“ Jakob Kabas (Landesverband Altenpflege Steiermark)

Situation Bedarf Pflege- und Betreuungspersonal bis 2020

„Ein Leben ohne Betreuung und Hilfestellung durch andere ist für gut hunderttau- send SteirerInnen nicht vorstellbar – es braucht in Stadt und Land in jedem Tal und auf jeden Berg auch in Zukunft Menschen die sich in Pflegeberufen engagieren “ Franz Ferner (Bündnis für gute Pflege, WKO Steiermark)

Pflegeheime: Es besteht ein Übereinkommen mit dem Land Steiermark, dass es über mehrere Jahre verteilt, zu einem Ausbau des Pflegepersonals in den rund 220 Heimen kommen wird und damit auch die bisherige Qualität in der Betreuung der tausenden hochbetagten Menschen für die Zukunft sichergestellt wird. Bis 2020 soll in mehreren Ausbauschritten das Pflegepersonal deutlich aufgestockt werden. Der erste Ausbauschritt wurde bereits am 01. März 2016 im Rahmen der Personalausstattungsverordnung vorgenommen. Mit 01. Dezember 2017 erfolgte der nächste kleinere Ausbauschritt. Bis Ende 2020 sollen den Heimen dann rund 800 Dienstposten mehr (bezogen auf Jahresbeginn 2016) zur Verfügung stehen.

Grundsätzliche Informationen zur Implacement-Stiftung: Die Implacementstiftung wird von der öffentlichen Hand Ressort Soziales und Arbeit, dem Arbeitsmarktservice und den Unternehmen (Trägern) gemeinsam finanziert. Die Implacement-Stiftung bietet Unternehmen die Chance, die Ausbildung von Fachkräften für ihren Bedarf aktiv mit zu gestalten. Arbeitsuchende können hingegen darauf vertrauen, unmittelbar nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung in ein Beschäftigungsverhältnis übernommen zu werden. Es besteht auch die Möglichkeit, arbeitssuchende Personen vor einer Ausbildung in einem Praktikum zu testen und die Ausbildung nur bei entsprechender Eignung zu beginnen. Eine wesentliche Voraussetzung für den Eintritt von Personen in die Implacement-Stiftung ist jedoch der Status „arbeitssuchend“. Ziel der Stiftung ist es, grundsätzlich Arbeitssuchende in Arbeit zu bringen. Das Arbeitsmarktservice und ein Stiftungsträger unterstützt die Heimbetreiber dabei.