Besorgniserregend und verantwortungslos - Stellungnahme zum Artikel "Alte werden einfach ruhiggestellt"

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Besorgniserregend und verantwortungslos Stellungnahme zum Artikel "Alte werden einfach ruhiggestellt" Kleine Zeitung, 23. April, Seite 12 und 13 "Die Volksanwaltschaft gehört zu den obersten Organen der Republik Österreich." ist auf der Homepage dieser wichtigen verfassungsmäßig verankerten Einrichtung zu lesen. Besorgniserregend ist für mich als Mitglied des Volkes der Republik Österreich, wenn Vertreter dieses Organes nahezu sakrosankt Aussagen über ganze Berufsgruppen treffen können. Besorgniserregend ist es für mich als Interessensvertreter des öffentlich-rechtlichen stationären Pflege- und Betreuungsangebotes in der Steiermark, wenn unabhängige Verwaltungsorgane gemeinsam mit der unabhängigen Presse Inhalte veröffentlichen, ohne den Experten und Expertinnen in der Pflege und Betreuung von Menschen die Chance für eine zeitgleiche Stellungnahme zu geben. Damit sind wir wieder einmal in der Defensive und ich weiß aus einer Morgenrunde mit Führungskräften unserer Einrichtungen, dass es den Beschäftigten in diesem Bereich heute Dank Ihres Statements und ihres Artikels nicht gut geht.

 

Auch wenn Herr Kräuter im Artikel nebenbei erwähnt, dass er das Personal nicht an den Pranger stellen wolle, er hat es in einer eher unreflektierten und undifferenzierten Darstellung der Thematik in den Zeilen und Absätzen vor seiner Feststellung über die Leistung des Personals bereits getan. Was nämlich zurückbleibt ist ein schaler Nachgeschmack, verbunden mit der Frage nach der letztendlichen Verantwortung. Möglich ist das wohl, weil unabhängige Organe gemeinsam mit unabhängigen Medien kaum für die emotionalen und psychischen Folgewirkungen ihrer pauschalierten Vorverurteilungen und Aussagen zur Verantwortung gezogen werden. Damit haben sie zum Thema "Verantwortung" auch nur einen vagen realmenschlichen oder realpolitischen Bezug. Der Bereich der stationären Altenbetreuung leistet einen für Österreich und sein Volk unverzichtbaren sozial- und gesellschaftspolitischen Beitrag, den sich Kräuter und Jungwirth in ihrem scheinbar einfach gestrickten Zugang zu diesem Dienstleistungsbereich nicht vorstellen können. Ich lade sie beide ein, nicht nur unangekündigt zu kommen, sondern unangekündigt zwei bis drei Tage mit dem pflegenden und betreuendem Volk mit zuarbeiten, selbst auf die Gefahr hin, dass es ihnen zu nahe geht.

Noch eine Frage Herr Kräuter: Was haben sie während ihrer vielfältigen aktiven politischen Karriere zur Schaffung fairer und österreichweit vergleichbarer Rahmenbedingungen in der Pflege und Betreuung von Menschen sowohl für Betreute, wie auch für Beschäftigte geleistet?

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